Unter dem Begriff Seed Capital (auch „seed financing“ oder „seed money“ genannt) versteht man ein Finanzierungsinstrument, das bei neu entstandenen, innovativen, kleinen bis mittleren Unternehmen eingesetzt wird („early stage financing“). Diese Unternehmen leiden angesichts der frühen Entwicklungsphase unter Kapitalmangel. Sie verfügen in aller Regel nur über eingeschränkte Möglichkeiten für den Erhalt eines Bankkredites. Seed Capital ist also die Bezeichnung für Beteiligungskapital, das einem zukünftigen Unternehmen in einer Phase zufließt, in der es noch als "Geschäftsidee" existiert.

Die jungen, in der Entwicklungsphase befindlichen Unternehmen benutzen das Seed Capital also zum Zwecke der Vorfinanzierung, z. B.

  • zum Bau und Verbesserung des Prototyps,
  • zur Durchführung in ersten Marktforschungen,
  • zur Bezahlung der Patentprozedur,
  • zur Vervollständigung des Managements.

Seed Kapitalgeber sind meist öffentlich-private Fonds (Informal equity), z. B. in Form sog. Business Angels.

Nach einer sorgfältigen Prüfung der Unternehmenslage, Risikoeinschätzung und der bestehenden Investitionschancen, kaufen die Fonds die Aktien oder Geschäftsanteile in dem ausgesuchten Zielunternehmen. Die Fonds bleiben nach der Seed Phase in den meisten Fällen als Minderheitsanteilseigner in der Gesellschaft. Sie überwachen die Investition während ihrer ganzen Laufzeit und können auch das Unternehmen in Lösung der Managementfragen beraten und unterstützen. Der Exit erfolgt durch Veräußerung der Aktien oder Geschäftsanteile an den Firmeneigentümern oder durch ein öffentliches Angebot (IPO – Börsenemission).

International beträgt die übliche Höhe des eingesetzten Seed Capital durchschnittlich 300.000 EURO. Die Laufzeit der Investition erstreckt sich zwischen 5 bis 10 Jahren.